Psychofutter: Träume

„Von dem Moment an, in welchem du zweifelst, dass du fliegen kannst, wirst du es nie mehr wieder können. Der Grund, warum Vögel fliegen können und wir (Menschen) nicht, ist einfach, weil die Vögel den perfekten Glauben daran haben. Daran zu glauben, bedeutet, Flügel zu haben.“

Dieses träumerische Zitat stammt aus dem Buch „The Little White Bird“ (zu Deutsch: der kleine weiße Vogel) aus dem Jahre 1902, das von J.M. Barrie, einem schottischen Schriftsteller, geschrieben wurde. Darin geht es um einen kleinen Jungen namens Peter, der sich für einen Vogel hält und fest daran glaubt, fliegen zu können, was ihm auch tatsächlich gelingt. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Peter, sondern um Peter Pan. Tatsächlich wissen die Wenigsten, dass hierin der Ursprung des beliebten Kinderstars liegt. Erst zwei Jahre später, im Jahre 1904, koppelte Barrie diese vogelähnliche Figur aus dem Buch heraus und erfand im Rahmen eines eigenen Theaterstücks eine umfangreiche Geschichte um den Jungen, die sich bei den Zuschauern so großer Beliebtheit erfreute, dass er schließlich ein Kinderbuch daraus kreierte, das seither viele Menschen durch ihre Kindheit begleitet hat. Peter Pan, ein abenteuerlustiger, faszinierender, kleiner Junge, der sich etwa im vorpubertären Alter befindet und dessen Kindheit sich demzufolge allmählich dem Ende zu neigen droht, der allerdings in Folge dessen von zu Hause wegläuft, um auf der Insel Nimmerland zu leben, wo er niemals erwachsen werden kann und somit dem Eintritt in ein mehr und mehr Verantwortung forderndes Leben entflieht. Nimmerland beherbergt alles, was die kindliche Vorstellung zu begeistern vermag, nämlich Piraten, Indianer, Elfen, Meerjungfrauen und noch vieles mehr. Alle Kinder, die auf dieser Fantasie-Insel leben – einschließlich Peter Pan selbst-, bleiben dort ewig kindlich und haben das beneidenswerte Glück, alles Wirklichkeit werden zu lassen, was sie sich erträumen. Ein erstrebenswerter Zustand, nicht wahr?

Wahrscheinlich können sich die meisten von uns noch sehr genau an ihre Kindertage zurückerinnern, als wir davon träumten, alles mögliche zu sein oder zu haben: Wir wollten Sänger(-in) oder Tänzer(-in) sein, Feuerwehrmann (-frau) oder Fußballstar, wollten Superkräfte haben, fliegen oder zaubern können, unsichtbar sein, ein bestimmtes Tier sein oder im Schlaraffenland in Süßigkeiten baden. Wir haben uns wenig darum geschert, ob das alles wirklich realistisch ist, denn in unseren Träumen war alles möglich. Tatsächlich unterscheiden sich Kinderträume meist erheblich von den Träumen erwachsener Menschen, denn weil Kinder mehr im Hier und Jetzt leben, sind ihre Träume nicht so zukunftsgerichtet wie die von Erwachsenen und Fantasie und Realität vermischen sich je nach Alter noch häufig. Dies hat vor allem hirnanatomische Ursachen. Der sogenannte Präfrontalcortex (auch Stirnhirn genannt, da es direkt hinter unserer Stirn liegt) ist dasjenige Gehirnareal, das unter anderem für die Zukunftsplanung, das Festsetzen von Zielen, das Treffen von (zukunftsgerichteten) Entscheidungen sowie auch für unsere Selbstreflexion und unsere Selbstkontrolle zuständig ist. Genauer gesagt, sorgt unser Präfrontalcortex dafür, dass wir Erwachsenen eine sehr konkrete Vorstellung darüber entwickeln, was wir uns wünschen und in Zukunft erreichen möchten, welche Zwischenziele erforderlich sind, um am Endziel anzukommen und dass wir emotional antizipieren können, wie erfüllt und zufrieden wir uns fühlen werden, wenn wir unsere Ziele und Wünsche schließlich erreicht haben. Um unsere Träume zu verwirklichen, müssen in unserem (erwachsenen) Gehirn also hochkomplexe Prozesse ablaufen und wir wissen, dass in der Regel noch viel Zeit verstreichen muss, bis wir unser Ziel endgültig erreicht haben. So viel zu uns Erwachsenen, doch bei Kindern ist das (noch) ganz anders. Da Babys sehr gehirnunreif auf die Welt kommen und es mehrere Jahrzehnte benötigt (die Forschung sagt etwa bis zum 25. Lebensjahr), bis das Gehirn vollständig ausgereift ist, erscheint es logisch, dass Kinder ihren Gehirnapparat nicht im gleichen Umfang nutzen können, wie das Erwachsene tun. Tatsächlich ist der Präfrontalcortex eines der Areale in unserem Gehirn, die sich zu allerletzt entwickeln, sodass einige Dinge jetzt klarer werden sollten: Wenn Kinder sich etwas wünschen, wenn sie sich etwas erträumen, dann sicherlich eher nichts, das in der Zukunft liegt und für das sie zahlreiche Handlungsschritte anvisieren müssen. Dass Kinder also ein Bedürfnis aufzuschieben imstande sind und somit gut ertragen können, dass ein Wunsch noch nicht in Erfüllung geht, ist unwahrscheinlich. Wenn wir ganz genau hinschauen, dann fällt uns auf, dass sich bereits in kleinen, banalen Alltagsepisoden zeigt, dass kleine Kinder nichts planen (können). Wenn wir beispielsweise nach draußen zum Spielen gehen wollen, der Wetterbericht jedoch Regen vorhergesagt hat oder aufgrund von sich allmählich zuziehenden Wolken ein Regenschauer zu erwarten ist, dann ist uns Erwachsenen schon beim Anziehen klar, dass wir uns wohl besser regensicher einkleiden sollten, um nicht von einem Unwetter überrascht zu werden. Das kleine Kind jedoch wird für diesen gut gemeinten Rat, sich regenfest zu kleiden, kaum zugänglich sein, denn während es – im Hier und Jetzt – in der Wohnung noch nichts vom Regen spürt, wird es nicht begreifen, weshalb es dann Schirm und Matschhose benötigt. In einem solchen Augenblick verstricken sich Eltern und Kind häufig in zähe, frustrierende Diskussionen, die sich schnell zu einem Machtkampf entwickeln können („Warum brauche ich einen Schirm?“ – „Weil ich es dir sage!“, usw.). Mit dem Wissen darüber, dass kleine Kinder allein schon aus gehirnentwicklungstechnischen Gründen kaum fähig sind, in die Zukunft zu denken (und dazu gehört auch, vorwegzunehmen, was am selben Tag noch passieren wird), sollten wir Eltern gelassener werden und Lösungen anbieten, mit denen beide Seiten (Eltern und Kind) sich gut fühlen. Im oben beschriebenen Beispiel mit dem Regen wäre es eine Möglichkeit, das Kind mit einer normalen Jacke nach draußen gehen zu lassen, die Regenkleidung jedoch mitzunehmen und sich sämtliche Diskussionen darüber zu ersparen. 

Da Erwachsene also vor allem zukunftsorientiert denken, während Kinder vorrangig gegenwartsorientiert sind, ist es keine große Überraschung, dass beide sich meist auch gravierend darin unterscheiden, WAS sie sich wünschen. Kinder träumen meist davon, ein bestimmtes Spielzeug zu bekommen oder einen bestimmten Ausflug zu machen (und zwar am besten jetzt sofort), während Erwachsene sich wünschen, sich irgendwann ein bestimmtes Auto oder einen bestimmten Traumurlaub leisten zu können, ihr Wunschgewicht zu erreichen, einen interessanteren oder besser bezahlten Job zu ergattern oder eine Liebesbeziehung mit einer Person einzugehen, in die sie verliebt sind. Hier fällt schnell auf, dass die Träume der Erwachsenen meist viel Zeit, Mühe oder auch finanzielle Mittel notwendig machen, bis sie sich erfüllen. Erwachsene wissen das und arbeiten zielstrebig, ausdauernd und geduldig darauf hin, ihre Träume umzusetzen (dank ihres Präfrontalcortex).

Doch neben der Tatsache, dass Kinder über einen unausgereiften Präfrontalcortex verfügen, spielen auch noch andere Dinge eine Rolle, wenn es darum geht, weshalb Kinder so schlecht planen, vorausdenken, abwarten und geduldig sein können und weshalb Kinder auch häufig noch sehr unrealistische Vorstellungen und Ideen haben: Sie haben noch kein oder nur ein sehr vages Zeitgefühl und denken daher noch nicht in zeitlichen Dimensionen und sie verfügen noch über relativ wenig Wissen über die Welt. Vor allem Letzteres führt bei Kindern dazu, dass sie sich selbst eigene (abenteuerliche und fantasiereiche) Theorien zurechtlegen, wie sie sich die Welt erklären möchten. So wird aus einem Schatten an der Kinderzimmertür schnell ein gefräßiges, angsteinflößendes Monster, aus einem Eimer Sand wird ein leckerer Schokokuchen oder es tauchen plötzlich unsichtbare Fantasiefreunde auf. Als unserem großen Sohn (4 Jahre alt) letztens auf einer Autofahrt die Sonne unangenehm ins Gesicht schien, sagte er „Mama, können wir die Sonne nicht in ein Paket packen, zur Post bringen und wegschicken? Sie blendet mir!“. Für uns Erwachsene klingt diese Idee auf den ersten Blick total abwegig, ja geradezu absurd, wissen wir doch, dass die Sonne sehr, sehr weit von der Erde entfernt ist (nämlich knapp 150 Millionen Kilometer) und dass man sie nicht einfach einpacken und von A nach B bugsieren kann. Unser Sohn meinte das jedoch völlig ernst. Doch wie kommt er auf so eine eigenwillige Idee? Die Antwort ist ganz einfach: Seit ich Kinder habe, war ich kaum mehr shoppen. Klamotten einzukaufen ist für mich seither also zu einer absoluten Rarität geworden, weswegen ich mir ganz gelegentlich Second Hand Kleidung über das Internet bestelle. Mein Sohn hat mich schon einige Male dabei beobachtet, wie ich daheim Klamotten anprobiert und einen Teil davon behalten habe, während ich einen anderen Teil, der mir nicht gepasst oder nicht gefallen hat, wieder in den Karton zurück gepackt und zur Post gebracht habe, um die Sachen zu retournieren. Natürlich habe ich ihm erklärt, was ich da tue. Er hat verstanden: Wenn mir etwas nicht gefällt, dann packe ich es in einen Karton, bringe diesen zur Post und schicke ihn weg. Dies hat er nun auch auf andere Situationen übertragen: Alles, was mir nicht gefällt, schicke ich mit der Post weg. Dieses Phänomen ist übrigens auch als sogenanntes „magisches Denken“ bekannt und gibt Kindern trotz ihrer gehirnbezogenen Unreife und ihres Unwissens die Möglichkeit, sich ihre Welt sinnhaft zu erklären. Es handelt sich hierbei also in Wirklichkeit um eine kreative, schöpferische, intelligente Leistung des Kindes und nicht um wahlloses Herumfantasieren. Unser Sohn kann noch nicht einschätzen, dass seine Idee unrealistisch ist, da ihm Wissen fehlt, aber aus einer Beobachtung heraus hat er ein „Gesetz“ abgeleitet, das er infolgedessen situationsübergreifend verallgemeinert hat. Seine Fantasie hilft ihm hier also dabei, seine erlebte Wirklichkeit zu verarbeiten und zu verstehen. Ab einem Alter von etwa 6 oder 7 Jahren beginnt dieses magische Denken ganz allmählich zu verschwinden, nämlich dann, wenn die Gehirnentwicklung zunehmend voranschreitet, das Zeitgefühl sich langsam einstellt und Kinder sich mehr und mehr (realistisches) Wissen über die Welt aneignen.

Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich es heimlich bedauere, im Laufe meines Erwachsenwerdens meiner Fantasie gewissermaßen beraubt worden zu sein, ist uns Erwachsenen das Verweilen in unrealistischen Fantasien und Träumen nämlich schon lange fremd geworden. Dass unser Gehirn inzwischen vollständig ausgereift ist und wir daher neben unserer Fähigkeit, zu planen und zu reflektieren, auch wunderbar zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden gelernt haben, ist dafür nur ein Grund. Hinzu kommt, dass wir Erwachsenen viel mehr als Kinder großen äußeren Zwängen unterliegen, indem wir arbeiten gehen müssen, um uns selbst eine Existenzgrundlage zu schaffen oder dass wir große Verantwortung tragen, wenn wir eine Familie ernähren, Kinder erziehen und den Haushalt regeln müssen. Auch haben wir Erwachsenen meist schon viel gesehen und erlebt, wodurch wir voreingenommener geworden sind und wir schon eine genaue Vorstellung darüber entwickelt haben, was wir wollen und was nicht; wir sind nicht mehr so neugierig und aufgeschlossen neuen, unbekannten Dingen gegenüber, lassen uns nicht mehr auf alles ein und sind viel vorurteilsbehafteter als Kinder. Es scheint, als sei unser Gehirn mit der Zeit träger und uninteressierter geworden. Auch unsere Sozialisation spielt hier eine wesentliche Rolle. Während wir Kindern aufgrund ihres Alters noch eine rege Fantasie und wilde Träumereien zugestehen, werden Erwachsene nicht selten misstrauisch beäugt, wenn sie eine blühende Fantasie erkennen lassen. Ein Erwachsener, der laut ausspricht, dass er zum Beispiel von einer Karriere als Topmodel träumt oder davon, sich mit einer eigenen, augenscheinlich verrückten Idee selbstständig zu machen, läuft schnell Gefahr, als Traumtänzer oder gar Lügner abgestempelt zu werden und dafür Spott und Hohn zu ernten. Dies führt bei uns Erwachsenen (und übrigens auch schon bei Schulkindern) dazu, dass wir unsere Träume, Ziele, Wünsche und Vorstellungen zunehmend einer Rationalität anpassen, von der wir glauben, dass sie gesellschaftlich akzeptiert ist oder anders gesagt: Wir hören auf, (unrealistisch) zu träumen oder zumindest hören wir damit auf, offen über unsere Träume zu sprechen. Doch das ist fatal, wiesen nämlich bereits in den vergangenen Jahrhunderten kluge Köpfe wiederholt darauf hin, dass unsere Sprache unser Denken formt. Das bedeutet überspitzt gesagt, wenn wir aufhören, Worte für etwas zu finden, dann hören wir auch auf, darüber nachzudenken und damit werden wir das, was wir nicht mehr aussprechen und somit aus unserem Denken verbannen, auch kaum mehr verwirklichen können (vgl. hierzu z.B. J.G. Herder oder W.v. Humboldt oder auch die „Sapir-Whorf-Hypothese“). Ein simples Beispiel: Im deutsch- sowie englischsprachigen Raum verwenden die Menschen zur Orientierung Ausdrücke wie links und rechts. „Die Marmelade steht links neben der Butter“ oder „Um zum Bahnhof zu kommen, müssen Sie an der Kreuzung rechts abbiegen“. Unter den Aborigines in Australien gibt es jedoch beispielsweise Stämme, die zur Orientierung stattdessen Himmelsrichtungen verwenden. Sie würden zum Beispiel sagen „Die Marmelade befindet sich südwestlich von der Butter.“. Die Art und Weise, wie wir Sprache gebrauchen, bestimmt, wie wir denken und wahrnehmen. So konnten Studien nämlich zeigen, dass Menschen, die Himmelsrichtungen zur Orientierung verwenden (und diese somit auch in ihrer Sprache verankern), sich signifikant besser in unbekannten Gebäuden und Gegenden zurechtfinden als Menschen, die – beispielsweise wie wir Deutschen – nur grobe Ausdrücke wie links und rechts benutzen. Daraus ist zu schlussfolgern, dass unsere Sprache uns dazu befähigt, bestimmte kognitive Fertigkeiten auszubilden oder eben auch nicht (Quelle).

Doch was bedeutet das nun für’s Thema Träume? Nun, es bedeutet, dass wir auch als Erwachsene nicht damit aufhören sollten, mutige Träume zu haben und diese zu benennen, zu diskutieren und zu verfolgen und zwar unabhängig davon, wie realistisch oder unrealistisch sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Träume – auch unrealistische, utopische – fungieren wie ein Leuchtturm, wie eine Wegbeschreibung; sie geben uns vor, in welche Richtung wir uns bewegen könnten. Ob wir dann tatsächlich dort ankommen oder auf dem Weg dorthin einen Abzweig nehmen, weil wir plötzlich doch andere Ideen bekommen haben, ist dabei nicht wichtig. Träume bringen uns dazu, uns weiterzuentwickeln und Neues zu entdecken. Sie sind unsere Triebfeder, unsere Motivation, um uns anzustrengen und um entweder in uns verborgene Kräfte und Ressourcen hervorzuholen, deren Existenz wir im Alltagstrott längst vergessen haben oder um neue Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, über die wir bislang noch nicht verfügen, die aber für das Erreichen unserer Träume und Ziele vonnöten sind. Ohne Träume droht Stillstand. 

Eine wunderbare Möglichkeit, um an der Verwirklichung seiner eigenen Träume zu arbeiten, sind sogenannte „Visionboards“. Dies ist eine Zielcollage, die alle eure Wünsche, Träume und Ziele enthält, die ihr in eurem Leben erreichen möchtet. Zum Beispiel könnt ihr ein Poster oder auch eine Pinnwand selbst gestalten, indem ihr dort Bilder, Sprüche, Stichwörter, Affirmationen (selbstbejahende Sätze) oder kleinere Gegenstände anbringt, die irgendwie im Zusammenhang mit der Umsetzung eurer Ziele stehen. Hängt euer Vision Board an einem schönen Plätzchen in eurer Wohnung auf, an dem ihr tagsüber öfter vorbei kommt, denn so werdet ihr tagtäglich an eure Träume und Ziele erinnert und habt sie sprichwörtlich immer vor Augen. Macht eure Träume sichtbar, sprecht über sie, feiert kleine Fortschritte und Erfolge. Wenn ihr merkt, dass sich auf eurem Weg zu eurem Traum Hindernisse und Stolpersteine breit machen, dann versucht zunächst, eure Bemühungen zu verändern oder zu intensivieren, bevor ihr auf die Idee kommt, das Ziel zu korrigieren (aber auch das ist manchmal sinnvoll). Umgebt euch mit Menschen, die euch in erster Linie dazu ermutigen und darin unterstützen, an euren Träumen festzuhalten und einen Weg zu finden, diese umzusetzen. Natürlich sind auch kritische Stimmen erwünscht, die die Machbarkeit bzw. Realisierbarkeit eurer Träume in Frage stellen, solange die Kritik positiv und konstruktiv ist und nicht darauf abzielt, euch einen Traum per se auszureden oder schlecht zu machen.

Die sogenannte Walt Disney Methode könnte hierbei ein geeignetes Mittel sein, um einen Traum zu konkretisieren und auch, um abzuwägen, wie realistisch dieser umsetzbar ist. Dabei kann man seinen Traum rollenspielartig durchdenken, indem man abwechselnd folgende drei Rollen einnimmt, die man beispielsweise durch entsprechende Stühle repräsentiert, auf die man sich abwechselnd setzt: 1) der Träumer, 2) der Realist und 3) der Kritiker. Auf dem Stuhl des Träumers dürft ihr wild und frei herumspinnen und euch die verrücktesten, utopischsten Ideen, Wünsche und Träume überlegen und diese gerne auch laut aussprechen, ohne euch dafür zu schämen oder zu rechtfertigen. Auf dem Stuhl des Realisten sollt ihr eure Ideen, Wünsche und Träume möglichst realistisch, sachlich, pragmatisch bewerten und euch überlegen, wie eine Umsetzung eures Traums in der Realität aussehen könnte. Auf dem Stuhl des Kritikers dürft ihr zum Beispiel die Vor- und Nachteile eurer Ideen, Wünsche und Träume analysieren oder auch konstruktive Fragen stellen (z.B. „Woran könnte mein Traum scheitern?“). Hierbei dürft ihr so lange zwischen den einzelnen Stühlen / Rollen hin- und herwechseln wie ihr wollt, bis ihr für euch einen Traum herausgearbeitet habt, der sich für euch zufriedenstellend und realisierbar anfühlt.

Entdeckt euer inneres Kind wieder, fantasiert, träumt, spielt, gebt euch abenteuerlichen Tagträumen hin, spinnt Gedanken, erfindet Neues und lasst es euch als Erwachsene niemals nehmen, eure Träume umzusetzen.

„Das ist das wirkliche Problem der Welt. Zu viele Menschen sind erwachsen geworden.“ (Walt Disney)

2 Responses

  1. Netti
    Netti 9. März 2020 at 13:55 |

    Wundervoll geschrieben und sehr spannende Fakten und Gedanken!

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