Nudeln mit DDR-Tomatensoße

Heute habe ich zwar ein eher ungesundes, dafür aber ein für mich mit vielen angenehmen Kindheitserinnerungen verknüpftes Gericht für euch. Jeder, der in der DDR geboren bzw. aufgewachsen ist, wird die „rote Soße“ kennen, die es damals in jeder Schulspeisung gegeben hat und die sogar heute noch als ein Klassiker aus DDR-Zeiten bekannt ist. Ich war zwar selbst erst vier Jahre alt, als Deutschland geeint wurde, doch selbst während meiner Schulzeit im Osten war diese Soße noch häufig vorzufinden und ich habe sie geliebt. Darum darf diese leckere Ossi-Soße natürlich nicht auf meinem Blog fehlen.

 

Zutaten (für 4 Personen)

  • 400 g Nudeln, z.B. Penne
  • Salz
  • etwas Pflanzencreme
  • 2 rote Zwiebeln
  • 300 g Wurstreste (z.B. Jagdwurst, Geflügel-Mortadella)
  • 1-2 EL Mehl
  • 600 ml Wasser
  • 1 Tasse (ca. 200 ml) Tomatenketchup (kein Gewürzketchup)
  • schwarzer Pfeffer
  • etwas Zucker

 

Zubereitung

Nudeln in reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen, dann in einem Sieb abseihen und abtropfen lassen.

Gleichzeitig die Zwiebeln und die Wurstreste klein schneiden und in einer Pfanne mit etwas erhitzter Pflanzencreme etwa 10 Minuten lang unter regelmäßigem Wenden kross anbraten. Dann Mehl darüber stäuben und unter Rühren anschwitzen, anschließend mit Wasser und Tomatenketchup ablöschen und unter ständigem Rühren aufkochen, sodass keine Klümpchen entstehen und die Soße bindet. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Soljanka

Soljanka

Mein Freund und ich, wir sind beide in Ostdeutschland geboren und aufgewachsen und daher kennen und lieben wir Soljanka, die in unseren beiden Familien früher häufig zubereitet wurde. Dabei handelt es sich um einen säuerlich-pikanten Eintopf, der ursprünglich aus Russland stammt und sich zu DDR-Zeiten großer Beliebtheit erfreut hat. Trotz der Wende und damit einhergehender neuer West-Spezialitäten wie Döner oder Pizza hat die Soljanka überlebt und wird noch heute in vielen ostdeutschen Restaurants angeboten. Und um seit langem mal wieder in diesen vertrauten Kindheitserinnerungen zu schwelgen, musste es daher gestern Abend eine leckere Soljanka bei uns geben. Das Rezept dafür hatte ich bei Chefkoch gefunden. Statt mit Fleisch bzw. Wurst kann die Soljanka alternativ auch mit Fisch oder Pilzen zubereitet werden. Angerichtet wird das Ganze dann mit einem Klecks Saurer Sahne oder Crème Frâiche. Schmeckt einfach wunderbar!

 

Zutaten (für 5-6 Personen)

  • 900 g Wurstreste (z.B. gewürfelter Rohschinken, Kaminwurz, Geflügel-Fleischwurst, Geflügel-Wiener)
  • 5 Zwiebeln
  • 4 bunte Paprikaschoten
  • 150 g Tomatenmark
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Hände voll Gewürzgurken + etwas Gurkensud (Glas)
  • 1,5 l Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • etwas Kümmel, gemahlen
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 Becher (200 g) Crème Frâiche

 

Zubereitung

Wurstreste klein schneiden. Zwiebeln und Knoblauch separat hacken. Paprika und Gewürzgurken separat in Stücke schneiden. Petersilie hacken.

Wurstreste in einem großen Topf anbraten, dann die Zwiebeln dazugeben und glasig schwitzen. Falls es ansetzen sollte, einfach etwas Wasser dazugießen. Dann Paprika, Tomatenmark und Knoblauch hinzufügen und mitbraten. Gewürzgurken und etwas Gurkensud hinzugeben. Anschließend die Gemüsebrühe angießen, das Lorbeerblatt und den Kümmel dazugeben, alles aufkochen und bei niedriger bis mittlerer Hitze für 20 Minuten leicht köcheln lassen. Zum Schluss die Petersilie untermischen und mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Vor dem Servieren das Lorbeerblatt entfernen. Mit Crème Frâiche anrichten.

Thüringer Bratwurstpfanne

Thüringer Bratwurstpfanne

Obwohl ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr in meinem geliebten Heimatbundesland lebe, verspüre ich als gebürtige Thüringerin dennoch hin und wieder den Drang, die dort so allseits beliebte Thüringer Rostbratwurst auch hier unten in Süddeutschland zu essen. Was für ein großes Glück, dass unser Real-Markt gleich eine ganze Reihe thüringischer Spezialitäten im Sortiment hat, darunter auch die Original Thüringer Rostbratwurst. Aber da das Wetter heute leider recht unbeständig und Grillen somit für heute keine Option war, habe ich nach einem Bratwurst-Rezept gesucht, welches auch in der Pfanne gut zubereitet werden kann. In einer Zeitschrift habe ich dann dieses Gericht gefunden, welches neben der Wurst auch noch Kartoffeln, Rosenkohl und Ei enthält und welches uns mal wieder bestätigt hat, wie lecker regionale deutsche Küche doch sein kann. Das Essen ist außerdem sehr schnell zubereitet. Toll!

 

Zutaten (für 4 Personen)

  • 2 Zwiebeln
  • 650 g Kartoffeln
  • 300 g Rosenkohl
  • ein paar Liter Gemüsebrühe
  • 5 Thüringer Rostbratwürste
  • Olivenöl
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 4 Eier
  • ein paar Stängel Petersilie
  • 150 g Schmand
  • 1-2 EL Senf
  • etwas Kümmel (ganz oder gemahlen)

 

Zubereitung

Zwiebeln hacken. Kartoffeln schälen und in Salzwasser vorgaren, dann mit kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen, gut abkühlen lassen und würfeln. Rosenkohl halbieren, dann in einem Topf mit Gemüsebrühe für etwa 5 bis 7 Minuten vorgaren, in einem Sieb abseihen, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Bratwürste schräg in etwa 3 cm lange Stücke schneiden.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Bratwürste etwa 3 Minuten darin anbraten. Kartoffeln und Rosenkohl hinzugeben und für ein paar Minuten mitgaren. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken. In die Wurstmischung 4 Mulden drücken und je 1 Ei vorsichtig hineinschlagen. Die Pfanne für etwa 10 bis 12 Minuten in den vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober-/Unterhitze stellen, bis das Ei gestockt ist.

In der Zwischenzeit die Petersilie hacken. Aus Schmand, Senf, Salz, schwarzem Pfeffer und Kümmel einen Dip anrühren.

Zum Schluss die Bratwurstpfanne aus dem Ofen holen, mit Petersilie bestreuen und den Dip dazu servieren.

 

Inspiriert von

Zeitschrift „meine Familie & Ich“, Ausgabe 1/2014, kleines Beiheftchen „gut & günstig“, S. 4-5, „Thüringer Bratwurst-Pfanne“.

Schneewittchen-Torte

Schneewittchen-Torte

Es ist vollbracht! Nach mehr als einem halben Jahr kontinuierlichem Fleiß habe ich meine Masterarbeit heute Morgen endlich zum Binden gebracht. Und um meine Freude darüber gebührend zu feiern, habe ich mir im Anschluss daran diese leckere Torte gebacken, die ich in einer älteren Ausgabe der Zeitschrift „Bild der Frau“ entdeckt hatte. Durch die fruchtige Puddingschicht und den schokoladigen Boden schmeckt die Torte nicht so sahnelastig, sondern eher leicht, sodass man auch gerne noch ein zweites Stück davon essen kann. Obwohl im Rezept nicht weiter erläutert, nähert sich diese Torte außerdem verdächtig dem typischerweise in Thüringen gegessenen Schneewittchen-Kuchen an. Lecker!

 

Zutaten (für 1 Springform mit 18 cm Durchmesser)

  • 135 g Schokokekse
  • 65 g Butter
  • 260 g Kirschen (entsteint)
  • 3/4 Päckchen Puddingpulver mit Vanillegeschmack
  • 200 ml Kirschsaft
  • 70 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 265 g Sahnequark
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 3/4 Päckchen gemahlene Gelatine (weiß, kalt löslich)
  • 135 g Schlagsahne
  • Schokostreusel + Belegkirschen 

 

Zubereitung

Schokokekse in einen Gefrierbeutel füllen, verschließen und mit einem Nudelholz, Schnitzelklopfer oder Ähnlichem feinbröselig klopfen. Butter schmelzen, mit den Keksbröseln vermischen, die Masse gleichmäßig auf dem gefetteten Springformboden verteilen und andrücken. Kalt stellen.

Puddingpulver mit ein paar EL Kirschsaft glatt rühren. Den übrigen Kirschsaft zusammen mit 35 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker unter Rühren aufkochen. Puddingmischung hinzugeben und unter Rühren kurz weiterkochen, bis der Pudding eine dickliche Konsistenz bekommt. Kirschen dazugeben. Die Puddingmasse auf den Keksboden geben, glatt streichen und gut auskühlen lassen.

Sahnequark, Zitronenschale und Gelatine mit dem Handrührgerät für 1 Minute kräftig schlagen. Die übrigen 35 g Zucker sowie 1 Päckchen Vanillezucker hinzufügen. Schlagsahne steif schlagen und unterheben. Die Quarkmasse auf die Puddingschicht streichen und für mindestens 1 Stunde kalt stellen. Vor dem Servieren mit Schokostreuseln und Belegkirschen dekorieren.

 

Inspiriert von

Zeitschrift „Bild der Frau“, Ausgabe Nr. 38/2013, S. 73, „Schneewittchen-Torte“.

Thüringer Heringskartoffeln

Thüringer Heringskartoffeln

Zutaten (für 4 Personen)

  • 650 g Kartoffeln
  • Salz
  • 2 große Speisezwiebeln
  • etwas Butter
  • Bismarck-Heringe (250 g Abtropfgewicht, Glas)
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 300 g Saure Sahne
  • 2 Eier
  • Salz
  • schwarzer und bunter Pfeffer
  • ca. 100 g geriebener Käse

 

Zubereitung

Kartoffeln schälen, in reichlich gesalzenem Wasser gar kochen, dann in einem Sieb abseihen, kalt abschrecken, abkühlen lassen und in dünne Scheiben schneiden.

Zwiebeln in dünne Ringe schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebelringe darin goldgelb anbraten. Bismarck-Heringe abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden.

Eine Aufflaufform (20 x 30 cm) einfetten, mit Semmelbröseln bestreuen und mit den Kartoffelscheiben auslegen. Die Zwiebelringe darüber legen und anschließend die Bismarck-Heringe darauf setzen. Saure Sahne mit Eiern, Salz und Pfeffer verquirlen und darüber gießen. Geriebenen Käse darüber streuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180°C für etwa 35 Minuten im Ofen überbacken. 

Dazu gab’s frischen Salat.

 

Inspiriert von

Buch „Kochbüchlein Thüringen“, 1994, Leipzig, Verlag für die Frau, S. 57, „Heringskartoffeln“.