Avocado mit Räucherlachs & Ei

Wir kochen zwar meistens abends, doch ein paar Mal die Woche gibt’s bei uns zum Abendessen auch kalte Platte, das heißt dann Brot oder Brötchen, Käse- und Wurstaufschnitt, rohes Gemüse (z.B. Gurke, Möhre, Radieschen) und etwas Obst (z.B. Apfel- oder Birnenspalten). Und manchmal mache ich gerne noch etwas Besonderes dazu, so wie letztens, als ich für uns noch diese leckeren Avocadohälften zubereitet habe. Die kann man herrlich mit einem Löffel auslöffeln. Ich liebe es, wenn dabei beim Anstechen das Ei zerläuft und sich über den Räucherlachs und das Avocadofruchtfleisch ergießt. Mhm köstlich!

Zutaten (für 4 Hälften)

  • 2 reife Avocados
  • etwas Olivenöl
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 4 Scheiben Räucherlachs
  • 4 kleine Eier
  • ein paar Stängel glatte Petersilie, gehackt

Zubereitung

Avocados halbieren und jeweils den Kern entfernen. Dann jede Hälfte mit etwas Olivenöl einpinseln, salzen und pfeffern, in jede Avocado-Mulde eine Scheibe Räucherlachs hineindrücken und anschließend je ein Ei vorsichtig hineingleiten lassen (dabei eventuell etwas vom Eiklar entfernen). Die Avocadohälften in eine gefettete Auflaufform setzen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober-/Unterhitze für etwa 20 Minuten backen. Vor dem Servieren mit etwas gehackter Petersilie bestreuen.

gebackener Spaghettikürbis mit Parmesan

Vor wenigen Tagen habe ich in unserem Vorratsregal noch einen Spaghettikürbis gefunden, den ich mal von einem dieser Kürbisstände mitgenommen hatte, die man im Herbst überall am Straßenrand findet. Da er schon eine ganze Weile dort lag (man, sind die Dinger lange haltbar!) und ich verhindern wollte, dass er mir demnächst noch verdirbt, habe ich dann gestern schnell dieses leckere Ofengericht daraus gezaubert, das ich bei Chefkoch gefunden habe. Für alle, die bisher noch nie einen Spaghettikürbis verarbeitet haben und sich endlich daran trauen möchten, ist dies das perfekte Einsteigerrezept. So einfach zuzubereiten und so wahnsinnig lecker! Wer mag, kann z.B. noch einen grünen Salat dazu servieren.

Zutaten (für 2 Hälften)

  • 1 Spaghettikürbis
  • 120 g Butter
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 1 kleinere Zwiebel, fein gehackt
  • einige Stängel gemischte Kräuter (z.B. Petersilie, Minze), fein gehackt
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 50 g geriebener Parmesan

Zubereitung

Den Spaghettikürbis der Länge nach halbieren, mit einem Löffel die Kerne herauskratzen, dann mit den Schnittflächen nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Ofengitter legen und bei 180°C Ober-/Unterhitze für etwa 45 Minuten im Ofen garen.

In der Zwischenzeit Butter mit Knoblauch, Zwiebel und Kräutern in einen kleinen Topf geben und erhitzen, bis die Butter zerläuft. Dann den Topf vom Herd nehmen, alles zu einer homogenen, glatten Masse verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die fertig gegarten Kürbishälften aus dem Ofen holen und das Kürbisfruchtfleisch mit einer Gabel so herauskratzen, dass spaghettiähnliche, lange Fäden entstehen. Das spaghettiähnliche Fruchtfleisch im Kürbis belassen. Nun die Knoblauch-Zwiebel-Kräuter-Butter gleichmäßig darauf verteilen und mit Parmesan bestreuen.

Weihnachtskugel mit Handabdruck

Diese schöne Bastelidee hatte ich vor einiger Zeit schon mal im Blick, doch ehe ich dazu kam, sie mit unserem Großen umzusetzen, ist mir der Kindergarten zuvor gekommen, denn dort hat er diese schöne Christbaumkugel mit seinem Handabdruck kurz vor Weihnachten selbst gestaltet als Geschenk für uns Eltern. Wir haben uns natürlich sehr darüber gefreut und sie hat an unserem Weihnachtsbaum einen Ehrenplatz bekommen. Da sie mir so gut gefällt und weil es eine tolle Bastelidee ist, die sich auch für kleinere Kinder eignet, möchte ich sie hier auf meinem Blog teilen. Alles, was ihr dafür benötigt, ist eine Weihnachtskugel in der gewünschten Farbe, in dem Fall in rot (am besten aus Kunststoff, da Glaskugeln leicht zerbrechen können, wenn das Kind seine Hand zu fest zudrückt und es sich dabei ernsthaft verletzen kann), weiße Acrylfarbe, einen Pinsel und etwas Goldglitzer zum Streuen. Zuerst malt ihr mit dem Pinsel die weiße Acrylfarbe auf die Hand eures Kindes, dann gebt ihr eurem Kind die Weihnachtskugel in die Hand und lasst es einmal die Kugel mit etwas Kraft umgreifen, sodass die Farbe sich gleichmäßig auf der Kugel abzeichnet und zum Schluss streut ihr etwas Goldglitzer über die noch feuchte Acrylfarbe. Nun lasst ihr das Ganze einfach trocknen. Am besten wascht ihr die Acrylfarbe sofort von der Hand eures Kindes ab, denn wenn Acrylfarbe fest wird, dann lässt sie sich nicht mehr so leicht abwaschen (getrocknete Acrylfarbe geht aus Kleidung nicht oder nur äußerst schwer wieder raus!).

Seelenfutter: Schicksal

Im Dezember ist unser großer Sohn vier Jahre alt geworden und zu seinem Geburtstag hat er – neben anderen Dingen – auch das Spiel „Affenalarm“ geschenkt bekommen. Die meisten Eltern von kleineren Kindern werden dieses Spiel sicherlich kennen. Es ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es darum geht, dünne verschiedenfarbige Stäbchen, die zuvor in eine Palme geschoben wurden und an denen viele kleine Äffchen mit ihren kringeligen Schwänzen dran hängen, vorsichtig und mit ruhiger Hand so wieder aus der Palme herauszuziehen, dass dabei keine Äffchen herunter auf den Boden fallen. Dabei entscheidet die gewürfelte Farbe, welches Stäbchen herausgezogen werden muss. Um das Spiel also zu gewinnen, benötigt es eine Mischung aus Geschicklichkeit, Konzentration und Glück. Wie feinmotorisch geschickt wir dabei mit den Stäbchen hantieren und wie raffiniert wir uns dabei anstellen, die Äffchen von einem herauszuziehenden Stäbchen auf ein anderes zu bugsieren, damit sie hängen bleiben statt zu fallen, können wir dabei selbst beeinflussen, welche Farbe wir würfeln dagegen nicht. Demzufolge können wir den Spielverlauf zu einem Teil selbst lenken und steuern und zu einem anderen Teil hängt er jedoch vom Zufall ab und liegt somit außerhalb unseres Einflussbereichs.

In unserem alltäglichen Leben ist das ganz ähnlich gelagert. So gibt es zahlreiche Dinge, die wir selbst entscheiden, bewirken und verursachen können wie zum Beispiel, welches Hobby wir ausüben, welche Ausbildung wir absolvieren oder welche Freundschaften wir uns aussuchen möchten. Ebenso gibt es Dinge, die wir dagegen nicht selbst wählen und beeinflussen können wie zum Beispiel unsere genetische, körperliche und geistige Ausstattung, die wir bei unserer Geburt mitbekommen haben oder auch Erkrankungen und Unfälle, die uns unverschuldet widerfahren. Letzteres wird häufig dem Schicksal oder dem Zufall zugerechnet und obwohl beides sich darin unterscheidet, dass das Schicksal im Gegensatz zum Zufall als durch eine höhere Macht gesteuert gilt, werden beide Begriffe oft synonym gebraucht.

Die Frage danach, wie sehr wir in unserem Leben einer höheren, vorherbestimmenden Schicksalsmacht ausgeliefert sind oder inwiefern wir selbstbestimmt und autonom die Zügel unseres eigenen Lebens in die Hand zu nehmen vermögen und Einfluss nehmen können, ist nicht neu, hat sie doch in den letzten Jahrhunderten bereits die großen Weltreligionen beschäftigt, die sich hierzu mehr oder weniger eindeutig positioniert haben. So gehen das Christentum, der Islam und auch das Judentum davon aus, dass Gott (bzw. Allah bzw. Adonai) alles Geschehen auf der Welt lenkt und somit Vieles schicksalhaft vorherbestimmt ist, gleichwohl den Menschen selbst mehr oder weniger auch ein freier Wille zugesprochen wird, sodass sie auch selbst Verantwortung tragen für ihr eigenes Handeln. Dabei fällt auf, dass der Glaube an eine vorherbestimmende Göttlichkeit den Menschen in Sachen Schicksalsschlägen oft viele Antworten schuldig bleibt, was gerne mit Phrasen wie „Gottes Wege sind unergründlich.“ stehen gelassen wird. Hier wird ein Dilemma deutlich, dass alle drei Religionen bis heute nicht zu lösen vermochten: Warum lässt ein freundlicher, barmherziger Gott (bzw. Allah bzw. Adonai) zu, dass von Zeit zu Zeit auch der Teufel seine Finger mit im Spiel hat und Menschen harte, unbarmherzige und unerwartete Schicksalsschläge ereilen (Theodizee)? Auch die Tatsache, dass der jeweiligen Göttlichkeit ein belohnender oder bestrafender Charakter zugesprochen wird (wer Verwerfliches tut, kommt in die Hölle), macht die Sache nicht einfacher, mutet dies nämlich in vermessener und anmaßender Weise an, dass manche Menschen ein bestimmtes Unheil mehr verdient hätten als andere. Die Debatte darüber, ob unser Leben nun vom Schicksal, vom Zufall oder durch unseren eigenen Willen und unsere Selbstbestimmung gelenkt wird, können das Christentum, der Islam und das Judentum daher nur äußerst unbefriedigend beantworten. Alle drei bleiben hier sehr vage. Der Buddhismus und auch der Hinduismus dagegen werden in der Beantwortung dieser Frage konkreter, denn in beiden religiösen Weltanschauungen wird der Schicksalsbegriff entschieden abgelehnt. Das bedeutet, dass es dort keine festgelegte (fatalistische) Vorherbestimmung gibt, sondern es gilt die Karmalehre: Alles, was man im jetzigen Leben tut, zieht Konsequenzen für ein späteres Leben nach sich. Jemand, der in seinem jetzigen Leben mehr Gutes als Schlechtes tut, hat eine positive Karmabilanz und kann in seinem nächsten Leben auf positive Umstände hoffen. Hier wird den Menschen also mehr Entscheidungsfreiheit, mehr Selbstbestimmung und mehr Verantwortungsübernahme in ihrem eigenen Tun und Handeln zugestanden, denn jeder erntet das, was er zuvor durch sein eigenes Verhalten gesät hat. 

Doch ganz egal, wie wir für uns selbst die Geschehnisse in der Welt erklären möchten – ob durch Schicksal, durch Zufall oder durch Selbstbestimmung gelenkt oder auch durch eine unterschiedliche Gewichtung aller drei -, die Tatsache, dass wir überhaupt derartige Phänomene heranziehen, spiegelt letztendlich wider, wie wenig wir Menschen über unsere Existenz wissen und wie sehr es uns antreibt, Antworten und Erklärungen zu erhalten für das, was wir eben nicht erklären können. Wir wissen nicht, woher wir kommen und wir wissen nicht, wohin wir gehen und zwischen unserem Kommen und unserem Gehen versuchen wir, einen Sinn in unserem Leben zu finden, der unser Fragen aufwerfendes Dasein lebenswert macht. Die Suche nach dem Sinn des Lebens scheint uns Menschen angeboren. Da Vieles im Leben unerklärbar bleibt, suchen wir in unserem Alltag nach rationalen, logischen Erklärungen, nach Mustern, nach allem, was das Leben ein Stück kontrollierbarer und steuerbarer erscheinen lässt, um mit der großen Unsicherheit unserer Existenz besser zurechtzukommen. In diesem Zusammenhang scheint es auch wenig verwunderlich, dass Menschen sich leicht zu übernatürlichen Phänomenen hingezogen fühlen wie etwa der Wahrsagerei, die eben genauso wie die Konstrukte Schicksal, Zufall oder Selbstbestimmung versucht, Antworten auf Unerklärliches zu geben, doch spätestens dann, wenn den Menschen mit derartigen Praktiken eine nicht unerhebliche Summe Geld aus der Tasche gezogen werden soll, wird die Gefühlslage und die Neugier von ratsuchenden Menschen schlichtweg ausgenutzt, beinhaltet die Wahrsagerei doch in Wirklichkeit nicht mehr als wilde Zukunftsspekulationen und kann allenfalls als eine Lebensberatung mit sehr breitem Interpretationsspielraum betrachtet werden. Sind wir ehrlich zu uns selbst, dann müssen wir uns eingestehen, dass Dinge wie ernsthafte Erkrankungen, Unfälle, Todesfälle oder auch Naturkatastrophen nicht vorsehbar sind und wir jeden Tag mit dem Risiko leben müssen, dass jederzeit etwas Schlimmes passieren kann. Das macht uns Menschen große Angst und wir suchen verständlicherweise im Alltag nach Wegen, uns von diesen Sorgen und Ungewissheiten zu befreien.

Im Leben der meisten Menschen gibt es etwas, das sie als sinnstiftend bezeichnen würden, wie etwa einer erfüllenden Tätigkeit nachzugehen oder eine nährende, liebevolle Beziehung zu führen oder Kinder groß zu ziehen. Solange diese Sinnhaftigkeit in unserem Leben gegeben ist, setzen wir uns selten tiefgreifender mit so grundlegenden und existentiellen Fragen wie dem Sinn des Lebens auseinander. Erst, wenn unser eigenes Sinnkonzept gestört wird, weil wir beispielsweise unseren Job verlieren oder unser Partner uns verlässt, geraten wir in eine Krise und die Frage nach dem Sinn des Lebens klopft wieder an unsere Türe. Bei Menschen, die sich psychisch sehr belastet fühlen, die vielleicht sogar psychische Auffälligkeiten entwickeln und die sich deshalb in Psychotherapie begeben, steckt nicht selten ein durch Schicksalsschläge abhanden gekommener Lebenssinn dahinter, der mithilfe eines Therapeuten wiedergefunden werden soll (Harry Stroeken, 1998). Doch warum kann uns das Fehlen eines Sinns in unserem Leben offenbar so krank machen?

Nun, in einem Leben, in dem Vieles so ungewiss und ungeklärt ist, brauchen wir etwas, das uns sowohl Sinnhaftigkeit als auch Sicherheit verleiht. Wir Menschen brauchen ein bedeutungsvolles Leben, wir wollen uns wirksam und produktiv fühlen, wir wollen einen wichtigen Beitrag leisten und uns gebraucht fühlen und wir wollen unsere Umstände gewissermaßen kontrollieren und steuern anstatt ihnen hilflos ausgeliefert zu sein. Daher suchen wir in unserem Alltag nach einer definierten Rolle, einer klar umgrenzten Aufgabe, einem sinnvollen Job, nach Freude bringenden Hobbies und nach beständigen und wertvollen Kontakten um uns herum, denn all das gibt unserem Alltag Struktur und füllt ihn mit Bedeutung. Routine und feste Gewohnheiten sind etwas, das wir vorwegnehmen und vorhersehen können und das wiederum macht unser Leben planbarer, denn auf diese sich täglich wiederholenden Alltagsmuster können wir uns verlassen und es gibt wenig Raum für größere unliebsame Überraschungen. In einer Welt, in der uns der Sinn unseres Lebens im Universum große Rätsel aufgibt und wir uns dadurch oft zutiefst verängstigt und ohnmächtig fühlen, sind diese fest eingespielten Muster und Rituale etwas, das unser menschliches Bedürfnis nach Kohärenz (Verstehbarkeit und Selbstgestaltung des eigenen Lebens, vgl. das Salutogenese-Modell nach Antonovsky) beantwortet und uns gewissermaßen Kontrollierbarkeit im Leben vorgaukelt. Damit vereinfachen wir unsere Realität und das ist auch in Ordnung so. Die Tatsache, dass weder eine göttliche Schaffung unseres Daseins noch seine zufällige Entstehung wissenschaftlich nachgewiesen werden können, führt dazu, dass wir mit dieser großen Ungewissheit leben müssen und das ist verständlicherweise schwer zu ertragen. Oder wie Irving Yalom, einer meiner Lieblingspsychoanalytiker, einmal sinngemäß sagte: Mit unserem Bewusstsein für unsere Endlichkeit hat man uns Menschen ein sehr schwieriges Geschenk gemacht. 

Doch um an diesem großen Rätsel unserer Existenz nicht zu verzweifeln, liegt es an uns selbst, wie wir unser Leben auf dieser Erde nutzen und gestalten möchten. Vielleicht haben wir keine Antwort auf der Makroebene, wir wissen also nicht, was der Sinn des Lebens im Allgemeinen ist, doch wir können Antworten auf der Mikroebene finden, indem wir unserem eigenen kleinen Leben einen Sinn geben. Wenn wir genauer hinschauen, dann können wir erkennen, dass uns der Alltag viele Sinnangebote macht, aus denen wir uns etwas Erfüllendes für uns heraussuchen können. So täten wir sicherlich gut daran, wenn wir uns öfter Tätigkeiten widmen würden, die uns solch großen Spaß bereiten, dass wir dabei völlig die Zeit vergessen, entweder, indem wir alte geliebte, jedoch einst vernachlässigte Hobbys wieder aufnehmen oder, indem wir uns ganz neue Hobbys suchen. Vielleicht gibt es etwas, das wir schon immer mal ausprobieren wollten, es aber aus Zeitmangel nie umgesetzt haben. Der Glücksforscher Csíkszentmihályi (über den wir uns in der Motivationspsychologie-Vorlesung während des Studiums immer herrlich amüsiert haben, weil keiner ihn richtig auszusprechen vermochte) prägte dafür den Begriff des Flow-Zustandes, der uns die Welt um uns herum vergessen lässt, während wir innerlich beglückt und ausgefüllt unsere ganze Aufmerksamkeit dieser einen bestimmten Sache zuwenden, die wir nur um seiner selbst Willen tun, ohne dabei Erfolg oder Lob zu erwarten, einfach, weil sie uns zufrieden und unbeschwert sein lässt und wir dabei unsere Ängste und Sorgen für einen Augenblick vergessen können.

Ebenfalls glücklich machen kann uns innere Dankbarkeit, indem wir uns immer wieder bewusst darin üben, dankbar zu sein für alles, was wir haben oder was uns Gutes widerfährt. Das kann die nette Person in der Bahn sein, die uns einen Sitzplatz neben sich anbietet genauso wie die kleine Kaffeepause zwischendurch oder die Tatsache, dass wir gesund sind.

Auch sich von Zeit zu Zeit immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen, kann uns erfüllen. Immer in der eigenen Komfortzone zu bleiben und nur die Dinge zu tun, die wir eh schon können, ist zwar sehr bequem und sicher, aber dort kann gewiss nichts Neues wachsen. Sich gelegentlich auch mal aus der eigenen Komfortzone herauszuwagen, kostet zwar Überwindung, macht aber persönliche Entwicklung und Wachstum überhaupt erst möglich und verschafft uns Erfolgserlebnisse ebenso wie einen Anstieg unseres Selbstwertgefühls, was uns zufriedener macht.

Anderen Menschen zu helfen oder ihnen Zeit zu schenken, ist eine weitere Möglichkeit, sich innerlich erfüllt zu fühlen. Erst neulich habe ich in einer älteren Folge vom Nachtcafé (ja, ich bin ein großer Fan dieser Sendung) mitverfolgen können, wie es glücklich machen und erfüllen kann, den Fokus weg von sich selbst zu lenken hin zu anderen Menschen, was letztendlich dazu führt, dass man sich weniger mit seinen eigenen Sorgen beschäftigt, dass man in Kontakt mit anderen (auch fremden) Menschen kommt (hier werden unsere sozialen Grundbedürfnisse angesprochen und befriedigt wie Kommunikation, Zuwendung, Gemeinschaft, Partizipation und Solidarität) und dass man für seine Hilfsbereitschaft von anderen gemocht wird (hier werden unsere Grundbedürfnisse nach Wertschätzung und Anerkennung befriedigt) und all dies gibt uns schließlich auch die Möglichkeit, uns selbst zu definieren (z.B. „Ich bin ein hilfsbereiter, gütiger, liebenswürdiger und angesehner Mensch.“; hier wird unser Grundbedürfnis nach Selbsverwirklichung befriedigt, vgl. Bedürfnispyramide nach Maslow). Kurz gesagt: Hilfsbereitschaft bedeutet doppelte Freude, nämlich für denjenigen, dem geholfen wird und für denjenigen, der hilft.

Abschließen möchte ich dieses Thema mit einer Geschichte, die ich vor einigen Jahren auf einer beruflichen Tagung kennengelernt habe und anhand derer wir erkennen, was in unserem Leben wirklich zählt. Es ist die Geschichte vom „Glas des Lebens“:

Ein Professor trat vor seine Studenten und stellte einen großen Glaskrug vor ihnen auf den Tisch. Dann füllte er den Krug nach und nach mit großen Steinen, bis dieser randvoll gefüllt war und fragte seine Studenten „Ist der Krug voll?“. Die Studenten antworteten ohne großes Zögern mit „Ja“, als der Professor plötzlich Kieselsteine hervor holte, sie in den Glaskrug füllte und etwas schüttelte, bis die Kieselsteine schließlich die Lücken zwischen den großen Steinen ausfüllten. Erneut fragte er seine Studenten „Ist der Krug voll?“. Wieder antworteten die Studenten mit „Ja“, als der Professor plötzlich Sand hervor holte, ihn ebenfalls in den Krug füllte und etwas schüttelte, bis der Sand noch die kleinsten Zwischenräume zwischen den großen Steinen und den Kieselsteinen ausfüllte. Ein letztes Mal fragte der Professor seine Studenten „Ist der Krug voll?“, woraufhin die Studenten ungläubig schauten und bereits erahnen konnten, dass die Antwort darauf „Nein“ lautete. Nun holte der Professor noch eine Flasche Bier hervor und goss es ebenfalls in den Krug, bis dieses sich an den verbliebenen freien Stellen verteilte. „Nun, was soll uns dieses Experiment lehren?“, fragte der Professor und beantwortete seine Frage zugleich selbst: „Dieser Glaskrug symbolisiert euer Leben. Die großen Steine sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben wie zum Beispiel Familie, Freunde oder Gesundheit. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge wie zum Beispiel Arbeit, Haus, Auto oder Reisen. Der Sand steht für die ganz kleinen Dinge im Leben, die kaum wichtig sind, wie zum Beispiel Haushalt, Partys, Kleidung oder das Fußballspiel im Fernsehen. Wenn ihr den Sand und die Kieselsteine zuerst in euren Glaskrug füllt, dann bleibt kein Raum mehr für die großen Steine. Zum Schluss fragte ein Student schließlich „Aber was hat es mit dem Bier auf sich?“ und der Professor antwortete lächelnd: „Für ein Bier mit guten Freunden ist immer Zeit.“.

Nehmt euer Schicksal ein Stückchen selbst in die Hand. Fragt euch, was eure großen Steine im Leben sind. Was ist euch am allerwichtigsten und räumt ihr diesen Dingen (oder Menschen) wirklich Vorrang und Priorität in eurem Alltag ein? Oder verschwendet ihr viel zu viel Zeit, Geld, Energie und Nerven in Kieselsteine oder gar in Sand, also in Dinge (oder Menschen), die euer persönliches Glück, eure Zufriedenheit gar nicht direkt beeinflussen und die euch vielleicht sogar noch Energie rauben? Wenn ihr euch im Leben zu sehr auf Kieselsteine und Sand konzentriert, dann haben die großen Steine kaum noch Platz. Deshalb: Nehmt euch Zeit für eure Liebsten. Geht mit eurem Partner schick essen. Spielt mit euren Kindern. Besucht eure Eltern und Großeltern (wenn ihr noch welche habt). Beschäftigt euch mit euren Haustieren. Das ist, was wirklich zählt im Leben. Gestaltet euer Leben entsprechend danach, was euch glücklich macht.

In diesem Sinne: Ich wünsche euch ein fröhliches neues und besinnliches Jahr 2020!

Mango-Kiwi-Konfitüre

An Weihnachten haben wir von meinen Großeltern eine leckere Obstkiste geschickt bekommen. Ich finde, dass das eine wunderbare Idee für ein Weihnachtsgeschenk ist, nicht nur, weil Obst gesund ist, sondern auch, weil man es aufessen und somit vollständig verbrauchen kann. Besonders dann, wenn man unsicher ist, was man jemandem schenken möchte und man befürchtet, etwas zu schenken, das der andere gar nicht gebrauchen kann, ist Obst (oder auch andere Lebensmittel) eine gute Wahl, denn das geht immer. Auch unser großer Sohn hat sich gleich über die leckere Obstkiste hergemacht und hat gleich nach dem Öffnen eine Banane und einige Physalis herausgenascht. Aus der Mango und den Kiwis, die ebenfalls in der Kiste enthalten waren, habe ich heute Abend, nachdem die Kinder im Bett waren, dann diese tolle Konfitüre gekocht. Ich schwöre übrigens inzwischen auf Gelierzucker im Verhältnis 3:1 (3 Teile Frucht, 1 Teil Gelierzucker), denn dabei kommt der Geschmack der Früchte viel besser heraus als bei Gelierzucker 2:1 oder 1:1. Natürlich muss man bedenken, dass die Konfitüre in meinem Fall dann aber auch nicht so lange haltbar ist, denn weniger Gelierzucker bedeutet auch weniger Konservierungsdauer, was aber wohl sicher kein Problem werden sollte, da die Konfitüre so lecker schmeckt, dass sie eh nicht lange bei uns überleben wird.

Zutaten (für 2 Gläser)

  • 1 reife Mango (260 g reines Fruchtfleisch)
  • 2 Kiwis (140 g reines Fruchtfleisch)
  • 140 g Gelierzucker 3:1
  • 1 EL Zitronensaft

Zubereitung (mit Thermomix TM31)

Mango- und Kiwifruchtfleisch in den Mixtopf geben und für einige Sekunden auf Stufe 10 pürieren, bis das Fruchtfleisch ganz fein ist, dann mit einem Löffel nach unten schieben. Gelierzucker und Zitronensaft hinzufügen und alles 25 Minuten/100°C/Rührstufe kochen. Anschließend sofort in heiß ausgespülte Gläser füllen, fest verschließen und abkühlen lassen.

 

Berliner Kartoffelsalat

Ich als alter Kartoffelliebhaber habe festgestellt, dass der letzte Kartoffelsalat bei uns schon etwas länger her ist und genau darum war es unbedingt mal wieder Zeit für einen. Bei einfachrezepte habe ich dann diese leckere Berliner Variante gefunden, die ich bislang noch nicht kannte und die typischerweise Frühlingszwiebeln, Radieschen und Apfel beinhaltet. Wer mag, fügt auch noch weiße Zwiebeln, Knoblauch und etwas Weißweinessig hinzu. Wir haben den Kartoffelsalat an den Weihnachtsfeiertagen gegessen, aber er würde auch prima für Silvester passen.

Zutaten (für 5-6 Personen)

  • 1 kg geschälte Kartoffeln
  • Salz
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 2 Handvoll Essiggurken + 100 ml Gurkensud (Glas)
  • 8 Radieschen
  • 1 süßer Apfel, geschält und entkernt
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • 100 ml Sonnenblumenöl
  • 2 TL Senf
  • 3 TL Zucker
  • 1 TL gemahlener Kümmel
  • schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Kartoffeln in reichlich Salzwasser gar kochen, dann in einem Sieb abseihen, kalt abschrecken, abtropfen und abkühlen lassen, in kleinere Stücke schneiden und in eine große Salatschüssel füllen. Frühlingszwiebeln, Essiggurken, Radieschen und Apfel jeweils klein schneiden, Petersilie fein hacken, dann alles zu den Kartoffeln in die Salatschüssel geben. Für das Dressing Gurkensud, Sonnenblumenöl, Senf, Zucker, Kümmel, Salz und Pfeffer verrühren und über die Zutaten in der Salatschüssel gießen. Alles gut durchmischen und abgedeckt über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen.

Sternenlampe

Liebe Leser, ich wünsche euch noch fröhliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein paar gemütliche und heitere Stunden mit euren Familien. Da wir in diesem Jahr leider nicht an Weihnachten zu unseren Familien fahren konnten – unsere beiden Familien wohnen jeweils in anderen Bundesländern und mit Baby können wir dieses Jahr nicht so weit fahren -, haben mein Mann und unser großer Sohn sich für beide Großeltern ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk überlegt, das wir ihnen jeweils per Post haben zukommen lassen. Es ist diese hübsche Sternenlampe, die aus einer Baumscheibe hergestellt wird. Die Idee dazu hat mein Mann bei MrHandwerk gefunden, wo es eine tolle Videoanleitung gibt. Weil sie bei den Beschenkten so super ankam, habe ich mich dazu entschlossen, sie hier auf meinem Blog zu teilen.

Seelenfutter: Vorbilder

Wisst ihr noch, wer früher eure Kindheitshelden waren? Unser vierjähriger Sohn hat auch schon ein paar Lieblingshelden. In den letzten Jahren schwankte es immer mal wieder zwischen der Paw Patrol, Feuerwehrmann Sam, Super Wings und PJ Masks und ganz aktuell liebt er die Ninja Turtles. Er besitzt etliche Kuscheltiere, Spielfiguren und Kleidungsstücke davon. Wenn wir miteinander spielen, dann liebt er es, in die jeweiligen Rollen zu schlüpfen und Zitate seiner Helden nachzusprechen. Und genauso war das auch bei mir damals, als ich noch ein Kind war, nur, dass meine Helden eben andere waren. Ich wollte immer sein wie Mogli aus dem Dschungelbuch, bin nur im Schlüppi bekleidet auf Bäume geklettert, hab mir aus gebogenen Ästen einen Bumerang gebaut, unsere vielen Katzen waren für mich ein Wolfsrudel, ich versuchte, mich nur von dem zu ernähren, was es draußen zu finden gab und wollte am liebsten auch nachts draußen schlafen. Als ich älter wurde, fand ich neue Helden, darunter Gregor von den Kickers, Mila Superstar oder Sailor Moon. Alle hatten in einer bestimmten Phase meiner Kindheit und Jugend eine wichtige Bedeutung für mich und obwohl jeder Held irgendwann auch wieder verblasste, so war er doch für einen kurzen Lebensabschnitt mein treuer Begleiter und eine immense Bereicherung für meine Identität und für mein psychisches Wachstum.

Egal, welche Figur gerade besonders angesagt ist, die Figuren haben alle eines gemeinsam: Sie geben Kindern die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren und mit ihnen zu wachsen. Kinder übernehmen dabei die typischen Denk- und Verhaltensmuster ihrer Vorbilder und fast immer handelt es sich dabei um jene Muster, die Kinder bewundern und die sie sich auch an sich selbst wünschen. Mit der Paw Patrol zum Beispiel löst man schwierige Fälle und erlebt dabei, was Freundschaft, Zusammenhalt und Teamwork bedeuten, mit Feuerwehrmann Sam rettet man Menschen und Tiere aus misslichen Lagen und erlebt dabei Hilfsbereitschaft, Mut und auch Wertschätzung und Anerkennung für geleistete Heldentaten, mit Mogli lernt man das Leben und die Gefahren in der Natur sowie die Nähe zu Tieren kennen und mit Mila Superstar erfährt man, wie man durch Ehrgeiz, Übung und Durchhaltevermögen immer besser in dem werden kann, was man tut. Für eine kurze Zeit begleiten uns diese Helden und Vorbilder, so lange, bis wir genug von ihnen gelernt haben und wir bereit sind, ohne sie weiterzugehen.

Doch nicht nur fiktive Fernseh- oder Bücherhelden können als Vorbilder fungieren, sondern auch ganz reale Personen. Ganz besonders in den ersten Lebensjahren nehmen Kinder sich zunächst einmal ihre Eltern sowie andere nahestehende Bezugspersonen zum Vorbild. Durch diese lernen sie zum Beispiel, wie man sich gegenüber anderen Menschen verhält, wie man mit seinen Gefühlen umgeht oder wie man Konflikte löst. Lernen am lebenden Modell sozusagen. Wir beobachten Verhalten und ahmen es nach. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, der ebolutionsbiologisch betrachtet überlebenswichtig ist. (Auf die negativen Folgen vom Nachahmen, die am Beispiel von Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ und der damit verbundenen Nachahmungswelle von Suiziden besonders deutlich werden, werde ich hier übrigens nicht eingehen.)

Doch Vorbilder können noch mehr, denn wir können sie nutzen, um eine Menge über uns selbst zu erfahren, sind sie nämlich ein wichtiger Hinweis auf unsere innersten Sehnsüchte. Wir können uns beispielsweise fragen: „Was hat oder kann mein Vorbild, das ich gerne hätte oder können würde? Wohin möchte ich mich entwickeln?“. Häufig haben Kinder gleich mehrere Vorbilder gleichzeitig und das ist auch gar nicht unlogisch, denn die Wahrscheinlichkeit, das uns jemand so sehr gefällt, dass wir ihm oder ihr in absolut jeder Beziehung nacheifern möchten, ist eher gering. Vielmehr sind es nur ganz vereinzelte Eigenschaften, die uns gefallen und die wir uns von ihnen abschauen möchten. Vielleicht wollen wir so rebellisch, furchtlos und selbstbestimmt sein wie Pipi Langstrumpf, so abenteuerlustig wie Huckleberry Finn, so schelmisch wie Michel aus Lönneberga, so fleißig und bescheiden wie Aschenputtel, so clever und einfallsreich wie Wickie, so frei, emanzipiert und entschlossen wie Ronja Räubertochter, so tiefgründig wie Momo oder so mutig wie Buffy, die Vampirjägerin. Was es auch immer ist, das wir sein wollen, durch die Nachahmung unserer kleinen Helden können wir all das im Alltag spielerisch ausprobieren und einüben.

Auch haben wir als Kinder noch einen entscheidenden Vorteil: Wir sind naiver und denken noch nicht so rational wie Erwachsene. Wir halten es absolut für möglich, dass wir geschrumpft auf Miniaturformat wie Nils Holgersson auf Wildgänsen durch die Lüfte fliegen können und wir kümmern uns auch noch nicht darum, ob die Geschichte um die Turtles – humanoide Schildkrötenmutanten, die in der Kanalisation leben und eine ebenfalls mutierte und in Kampfkunst ausgebildete Ratte als Ziehvater haben -, wirklich realistisch ist. Als Kinder hatten wir noch eine lebhaftere Fantasie, wir waren spontan und leichter zu begeistern, wir haben mehr im gegenwärtigen Moment gelebt und haben uns voller Hingabe ins Spielen vertieft, ohne dabei über die Vergangenheit zu grübeln oder uns mit Zukunftsängsten zu lähmen. Doch mit dem Erwachsenwerden steigen auch unser Realitätsanspruch und unsere Verantwortung und wir können heute mit vielen unserer damalig geliebten Heldencharaktere nicht mehr so viel anfangen. 

Es gibt eine weitere Fähigkeit, um die ich Kinder beneide, weil sie uns Erwachsenen nämlich oft schon lange abhanden gekommen ist, und die sicherlich mit ein Grund ist, weshalb Kinder ganz unterschiedliche Helden aus verschiedenen Themenzweigen haben: Kinder sind vielen (vielleicht allen) Dingen gegenüber sehr viel mehr aufgeschlossen als es Erwachsene sind. Meiner Meinung nach hat das wahrscheinlich am ehesten etwas damit zu tun, dass Kinder sich vor allem beruflich noch nicht festgelegt haben und ihnen noch viele verschiedene Optionen für ihr späteres Leben möglich erscheinen. Sie mögen vielleicht Tiere, fühlen sich von Kinderserien wie Lassie oder Wendy angesprochen und liebäugeln innerlich mit einer späteren Karriere als Tierarzt oder Reitsportler. Gleichzeitig sind sie vielleicht neugierig, lieben Schnitzeljagden, schauen TKKG und halten durchaus auch eine spätere Laufbahn als Detektiv oder Privatermittler für denkbar. Zur selben Zeit sind sie vielleicht absolut sportbegeistert und mögen den Manschaftsgedanken, lieben die Kickers oder Tsubasa von den tollen Fußballstars und sehen sich in ihrem späteren Leben ebensogut als Fußballer. Alles ist möglich. Bei uns Erwachsenen ist das längst nicht mehr so. Haben wir erstmal unseren Schulabschluss in der Tasche, eine Ausbildung oder ein Studium in einem bestimmten Themenbereich absolviert und haben wir vielleicht sogar noch einige Jahre Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen in ebendiesem Bereich gesammelt, dann sind wir inhaltlich festgelegter, sind thematisch spezialisierter und interessieren uns vorrangig für Themen, die unserer Profession entsprechen, während wir uns mit anderen Disziplinen – wenn überhaupt – nur noch am Rande beschäftigen. Als Erwachsene glauben wir, zu wissen, wer wir sind, doch damit vergeben wir uns selbst die Möglichkeit, noch jemand Neues werden zu können. 

Doch wir brauchen auch als Erwachsene wieder Vorbilder. Viele Vorbilder. Denn Vorbilder inspirieren uns und machen uns Mut. Wie kleine innere Helfer sprechen sie auch in schwierigen Momenten zu uns und geben uns motivierende Denk- und Handlungsanstöße, die es uns ermöglichen könnten, über uns hinaus zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. Wenn wir heute als Erwachsene in unserem Leben auf Hindernisse stoßen, dann kann es sich durchaus als hilfreich erweisen, einmal unsere kleinen, heimlichen Helden um Hilfe zu bitten: „Wie würde Bibi Blocksberg den Konflikt mit meinem Arbeitskollegen lösen?“, „Was würde die Gummibärenbande mir zum Thema Jobwechsel raten?“, „Was würde Steve Urkel über meine derzeitige Freizeitgestaltung denken?“. Zugegeben, den ein oder anderen inneren Schmunzler könnte man sich an dieser Stelle sicher nicht verkneifen, doch tatsächlich kann ein inneres Gespräch mit einem früheren Kindheitsheld oder auch mit einem aktuellen Vorbild ganz neue Impulse hervorbringen, denn in dem Moment, indem wir uns einen kleinen Held wieder ins Gedächtnis rufen, können auch mit dieser Heldenfigur verknüpfte Ressourcen in uns (wieder) wirksam werden. Auf diese Weise kann uns ein Held dazu verhelfen, persönliche Ressourcen und Potentiale, die in uns schlummern und in den letzten Jahren (oder Jahrzehnten) verborgen und ungenutzt blieben, hervorzuholen und für unsere Ziele und Bedürfnisse einzusetzen. 

Zucchini-Feta-Waffeln

Für diese leckeren, vegetarischen Waffeln habe ich endlich mal wieder mein Waffeleisen hervorgekramt. Es war mein erster Versuch, statt den gewöhnlichen süßen Waffeln auch mal herzhafte zu backen und wir waren echt begeistert davon. Durch die Zucchini und den Fetakäse schmecken die Waffeln saftig und sie eignen sich hervorragend als Sättigungsbeilage zu einem Salat. Mhm, die werden wir ganz sicher wieder backen!

Zutaten (für 8 Waffeln)

  • 300 g Zucchini
  • Salz
  • 200 g Feta
  • 2 Eier
  • 120 g Magerquark
  • 6 gehäufte EL Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Zucker

Zubereitung 

Zucchini fein raspeln, leicht salzen, kurz etwas stehen lassen und anschließend in einem Geschirrtuch sorgfältig auswringen, bis kein Wasser mehr austritt. Feta mit einer Gabel sorgfältig zerdrücken. Nun Zucchini, Feta, Eier, Magerquark, Mehl, Backpulver und Zucker miteinander vermischen und zu einer homogenen Teigmasse verrühren. Dann den Teig portionsweise in ein zuvor eingeöltes und erhitztes Waffeleisen geben und zu Waffeln ausbacken.

Seelenfutter: Selbstannahme

Bei meinem gestrigen Gemüseeinkauf bin ich über dieses Bund Möhren gestolpert, an dem gleich zwei von der Norm abweichende Möhrchen dran hingen und die ich so ansprechend und einzigartig fand, dass ich genau diesen einen Bund unbedingt mitnehmen musste. Oft werden leider genau diese unförmig anmutenden Lebensmittel im Preis gesenkt, aus dem normalen Gemüseregal herausgenommen und unter der Überschrift „krumme Dinger“ oder „Gemüse mit Schönheitsfehlern“ in eine extra dafür vorgesehene Ecke verfrachtet. Wieso eigentlich? Diese Extraplatzierung macht den Makel doch erst so richtig sichtbar, der mir so vielleicht gar nicht als Makel aufgefallen wäre. Und ich möchte auch nicht weniger Geld für dieses Gemüse bezahlen, denn nur weil es optisch von der Norm abweicht, hat es doch seinen Geschmack (seinen Wert) nicht verloren. Ich möchte nicht meckern, bin ich doch heilfroh, dass dieses Gemüse überhaupt in den Verkauf gelangt ist statt nach dem Motto „unvermittelbar“ auf dem Feld liegen gelassen worden zu sein.
 
Ähnlich wie mit makeligem Gemüse, gehen wir Menschen auch oft mit unseren eigenen vermeintlichen Makeln und Schwächen um. Wir schämen uns für unsere Tollpatschigkeit oder unser Stottern, wir überschminken Hautunreinheiten und photoshoppen unsere Beine schlanker oder wir lügen unsere Mitmenschen an und erfinden Ausreden, dass wir am Freitagabend leider nicht zur Party kommen können, weil wir zu viel zu tun hätten, doch in Wirklichkeit liegen wir abends einfach viel lieber mit Kuschelsocken und Chips auf der Couch. Wir hobeln und schleifen sprichwörtlich alle unsere Ecken und Kanten weg, an denen unsere Gesellschaft sich stoßen könnte und büßen dadurch einen erheblichen Teil unserer Authentizität ein. Warum ist das so? Warum fällt es uns so schwer, uns selbst anzunehmen und uns der Gesellschaft so zu zeigen, wie wir wirklich sind?
 
Der Grundstein für die Fähigkeit zur Selbstannahme und Selbstakzeptanz wird bereits im Babyalter gelegt. Eine Mutter, die liebevoll, fürsorglich und prompt die Bedürfnisse ihres Babys beantwortet, signalisiert ihrem Baby Liebe, Beachtung und Angenommensein. Unsere Selbstannahme ist daher in den ersten Lebensjahren stark von anderen Menschen abhängig (von der Mutter, aber auch von anderen Bezugspersonen). Gleiches gilt später für Kindergarten, Schule und Freizeit. Wir lernen schnell, dass wir vor allem dann angenommen sind, wenn wir uns angemessen verhalten, nicht als sonderbar auffallen und gute Leistungen erbringen. Dies impliziert auch, dass wir einige unserer Eigenschaften und Äußerlichkeiten vor der Öffentlichkeit zu verbergen versuchen, da wir sie aus unserer Lerngeschichte heraus nicht für liebens- und annehmenswürdig halten und wir auf keinen Fall riskieren wollen, damit unangenehm aufzufallen und dafür von unseren Mitmenschen abgelehnt zu werden.
 
Da wir uns selbst oft nicht oder zumindest nicht mit all unseren Facetten annehmen können, suchen wir nach Bestätigung, Akzeptanz und Liebe im Außen, bei unseren Mitmenschen. Dagegen ist an sich erstmal nichts einzuwenden, denn a) haben wir das – so wie oben bereits beschrieben – ja von Kindesbeinen an gelernt und b) sind wir Menschen soziale Wesen und somit ist es eines unserer natürlichsten und existenziellsten Grundbedürfnisse, dazu zu gehören und angenommen und akzeptiert zu sein. Gehören wir nicht dazu und haben wir keinen akzeptieren Platz in unserer Herde, dann verhungern wir, dann beschützt uns niemand, dann sterben wir. So ist das im Tierreich; bei uns Menschen würde es sicher nicht gleich so dramatisch ausfallen, doch wir würden vielleicht einsam, depressiv und unglücklich werden. Dass wir uns so abhängig von der Bewertung unserer Mitmenschen machen, ist für uns also, zum Einen, Gewohnheit und Teil unserer Erziehung und, zum Anderen, sichert es uns evolutionsbiologisch betrachtet unser Überleben.
 
Das Problem dabei ist nur, dass Bestätigung von außen uns meist nur vorübergehend, meist nur kurzweilig glücklich macht, sodass wir immer wieder auf’s Neue die Bestätigung und Beachtung anderer Menschen suchen müssen, zum Beispiel, indem wir den Menschen tolle Storys über uns erzählen oder indem wir in den sozialen Netzwerken besonders ansprechende Fotos posten oder die Anzahl unserer vermeintlichen Freunde künstlich nach oben treiben. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein und nicht zuletzt lügen wir uns damit in die eigene Tasche. Tatsächlich hat all das nichts damit zu tun, dass wir uns selbst annehmen, sondern eher damit, dass wir wollen, dass andere Menschen uns annehmen. Wir leben also meist keine SELBSTannahme, sondern sind eher auf FREMDannahme aus und genau da liegt häufig die Ursache unserer eigenen inneren Unzufriedenheit. Wir leihen uns die Liebe von anderen Menschen anstatt uns selbst zu lieben. 
 
Sich selbst im Ganzen anzunehmen, heißt, sich emotional unabhängig vom Feedback anderer zu machen und seine Erfüllung und seinen Selbstwert nicht nur aus dem zu ziehen, was andere über uns denken und sagen oder wie andere sich uns gegenüber verhalten. Viel mehr geht es darum, (wieder) zu entdecken, wer wir sind, was unsere Werte im Leben sind, was uns Spaß macht und was nicht, was wir uns wünschen und was nicht. Also kurz gesagt: Eine Bestandsaufnahme über uns selbst, über unsere Persönlichkeit zu machen und dazu gehören unsere Stärken, Vorzüge und Vorlieben genauso wie unsere Macken und Unzulänglichkeiten. Um ein halbwegs objektives Bild von uns selbst zu bekommen, kann es hierbei hilfreich sein, auch ein paar uns vertraute Menschen zu bitten, eine ehrliche Einschätzung über uns abzugeben. Zu wissen, wo wir (noch) unzulänglich sind, kann sich besonders dann als vorteilhaft erweisen, wenn andere Menschen uns kritisieren oder gar angreifen wollen, denn jemand, der seine eigenen Schwachstellen kennt, wird nicht überrascht werden, wenn jemand anders sie ihm vorhält und jemand, der seine eigenen Schwachstellen angenommen hat, kann auch nicht mit ihnen verletzt werden. 
 
An dieser Stelle möchte ich die Geschichte von den zwei Wölfen anbringen, auf die ich während meiner psychologischen Arbeit in den letzten Jahren gestoßen bin und die inzwischen auch im Internet weit verbreitet ist. Die Geschichte ist eine schöne Metapher dafür, warum es sich lohnt, dass wir uns selbst annehmen und dass wir gut zu uns selbst sind:
 
Ein Indianerhäuptling sitzt mit seinem Enkel am Lagerfeuer und erzählt ihm davon, dass jeder von uns zwei Wölfe (zwei Anteile) in sich trägt, die gegeneinander kämpfen. Der eine Wolf ist böse. Er steht für Ängste, Sorgen, Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle, Vorwürfe, Selbstmitleid, Schuldgefühle, Gier, Neid, Vorurteile, Arroganz, Hass, Lügen und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er steht für Liebe, Freude, Hoffnung, Mitgefühl, Großzügigkeit, Wohlwollen, Akzeptanz, Selbstannahme, Vertrauen, Demut und Aufrichtigkeit. Nach einiger Zeit fragt der Enkel: „Und welcher Wolf gewinnt den Kampf?“. Und der Indianerhäuptling antwortet: „Der, den du fütterst.“.
 
Nur, wenn wir unsere Stärken kennen, wenn wir unsere Schwachstellen annehmen, akzeptieren und vielleicht sogar zu verbessern suchen, wenn wir alte Wunden und Verletzungen liebevoll versorgen, dann können wir den Herausforderungen des Lebens trotzen und standhalten, dann können wir gesunde Beziehungen führen und dann können wir uns mit unserem ganzen Potenzial selbstverwirklichen. Seid gut zu euch selbst!